Kühe, Sennen, Alpfahrten und Bauernhäuser prägen die Appenzeller Bauernmalerei. Ihre Motive zeigen das bäuerliche Leben und die Alpwirtschaft.
Die Bauernmalerei gehört seit langer Zeit zum Brauchtum des Appenzellerlands. Die ältesten bekannten Malereien entstanden kurz vor 1600. Dazu zählen die sogenannten «Gaiser Wände», die 1977 bei einem Umbau in Gais entdeckt wurden.
Die Bauernmalerei gliedert sich in die Möbelmalerei und die Senntumsmalerei. Letztere widmet sich dem bäuerlichen Leben und entwickelte sich insbesondere im 19. Jahrhundert zu einer charakteristischen Kunstform. Zu ihren ältesten Anwendungen gehören bemalte Sennentafeln, Eimerbödeli und Darstellungen von Alpfahrten. Die älteste bekannte Senntumsmalerei dieser Art stammt aus dem Jahr 1804.
Ein zentrales Motiv der Senntumsmalerei ist die Viehherde. Typische Darstellungen zeigen die Alpfahrt mit Sennen in ihrer sonntäglichen Tracht, geschmückte Menschen und Tiere, saftige Weiden und stattliche Bauernhäuser. Das bäuerliche Leben erscheint dabei meist von seiner idyllischen Seite. Viele dieser Bilder entstanden im Auftrag von Bauern und Sennen, die stolz ihr Haus, ihren Viehbesitz oder ihre Alp darstellen lassen wollten.
Frühe Senntumsbilder wurden teilweise mit Öl- oder Temperafarben auf sogenannte «Pappdeckel», also auf Karton, gemalt. Mit dieser Tradition verbunden sind bekannte Namen wie Heuscher, Müller, Zülle, Giezendanner, Heim und als letzter J. B. Zeller. Heute dienen meist Pavatex oder Holz als Malgrund.